15. Märchentag in der Stadtbibliothek Montabaur

 

Der Märchentag in der Stadtbibliothek Montabaur hat auch dieses Jahr wieder großen Anklang gefunden: Etwa 80 Kinder und Erwachsene wollten die Märchen- und Geschichtenerzähler Karlheinz Schudt und Rita Maria Fröhle am 7. November erleben. Den Märchentag gibt es jetzt seit 15 Jahren. Von Anfang an war die Deutsch-Französische Gesellschaft bei dieser beliebten Veranstaltung mit "im Boot".

 

 

 

Macron! Und jetzt? Informationen von Politikprofessor Decker

Vortrag am Sonntagnachmittag bei Kaffee und Kuchen. Viele DFG-Mitglieder und Gäste wollen wissen, was Macron "jetzt wohl macht" und welche Chancen er bei den Parlamentswahlen im Juni hat.

Professor Frank Decker von der Uni Bonn erklärte uns zunächst nochmal das politische System der 5. Republik, die Aufgaben und das Machtverhältnis zwischen Präsident und Premierminister. 

Für die Parlamentswahl hat Macron mit seiner neuen Partei "La République en Marche" bereits in fast allen Wahlkreisen Kandidaten aufgestellt. Er wolle Erneuerer sein und den Gegensatz zwischen Links und Rechts überwinden. Er strebe also so etwas wie eine "Große Koalition" an. Seine wichtigsten Themen, so Professor Decker: Institutionelle Reformen, Wirtschaft, Gesellschaft, Migration, Integration, Europa. Innerhalb Europas sehe er die deutsch-französische Zusammenarbeit als "Lokomotive".  

 

 

 

Besuch aus Tonnerre

 

 

 

Zu unserer großen Freude hatten wir Ende Oktober 2016 Besuch aus Tonnerre: Stadtbürgermeisterin Dominque Aguilar kam mit einer kleinen Delegation des Comité de Jumelage nach Montabaur. Für sie war es der erste Besuch in der Partnerstadt.

 

 

Am Freitagabend empfing die Deutsch-Französische Gesellschaft ihre Gäste im eher privaten Rahmen. Am Samstag trafen sich Deutsche und Franzosen dann im historischen Rathaus in Montabaur zu einer gemeinsamen Sitzung.

Der Erste Stadtbeigeordnete Gerd Frink begrüßte die Gäste mit einer Präsentation zu Montabaurs Stadtgeschichte. Mit dabei auch Werner Kaspar von der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft. Ergebnis: Die Schützen wollen ihre Kontakte wieder intensiver pflegen.  

 
 
 
Die Deutsch-Französische Gesellschaft zeigte ihren Gästen aus Tonnerre auch etwas vom "Umland": alle hatten viel Spaß bei einem Besuch im Keramikmuseum Westerwald, beim gemeinsamen Kaffeetrinken mit Aussicht auf dem Wüstenhof und einem Abendessen in der Stadthalle von Nassau. 

 

Am Sonntagmorgen trafen sich alle zu einem abschließenden Frühstück, bei dem auch Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland mit den Gästen ins Gespräch kam.

Natürlich werden die DFG Montabaur und das Comité de Jumelage weiterhin in engem Kontakt bleiben. 2017 wollen sich Deutsche und Franzosen auf "halber Strecke" im Elsass treffen. Weitere Fotos finden Sie in unserer Galerie.

 

 

 

DFG am 28. August 2016 bei Gedenkfeier in Tonnerre

 

 

An jedem letzten Sonntag im August erinnert die französische Partnerstadt von Montabaur an ihre Befreiung durch die Alliierten. Bei einem Festakt mit Vertretern der Region, der Stadt und diversen Verbänden, darunter auch Kriegsveteranen, hat dieses Jahr Schatzmeister Gerhard Neumann die DFG würdig vertreten und einen Kranz niedergelegt. Neumann besuchte auch die „Foire“ - eine regionale Handwerks- und Gewerbemesse, für die er extra Brot aus Montabaur mitgebracht hatte. Das Foto zeigt Neumann am Stand des „Comité de Jumelage“, der Französisch-Deutschen Gesellschaft Tonnerre-Montabaur. 

 

 

 

 

Als Jugendbotschafterin in Paris

Anna-Lina Gummersbach aus Montabaur studiert Jura in Heidelberg und hat als Jugendbotschafterin der DFG mehrere Praktika in Frankreich absolviert.Sie hat in der Stadtverwaltung in Tonnerre und beim deutsch-französischen Partnerschafts-verband in Dijon gearbeitet. Letzte Station und Höhepunkt war ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei in Paris. Lesen Sie hier Auszüge aus ihrem Bericht:

 

"Das Projekt „Jugendbotschafter der Deutsch-Französischen Gesellschaft Montabaur“ hat mich schon nach Tonnerre, der Partnerstadt Montabaurs in der Bourgogne und nach Dijon, die Hauptstadt der Region Bourgogne, geführt. (...) In Dijon beschäftigte ich mich mit den internationalen Beziehungen der Université de Bourgogne im gleichnamigen Office, wurde u.a. mit den universitären Verbindungen zu deutschen Unis vertraut und erfuhr mehr über Austauschprogramme und Doppelabschlüsse, die man der jungen globalisierten Generation anbietet. (...)

Im Oktober 2014 begann ich mein Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg. Da bot es sich an, für meine dritte Jugendbotschafteretappe eine passende juristische Stelle zu finden. (...) Neben der interessanten Arbeit in der Kanzlei erforschte ich das bezaubernde Paris.

 

Die Eindrücke, die ich von der Stadt in mich aufnahm, begannen bereits am Morgen, als ich von der Haltestelle La-Motte-Picquet-Grenelle im 15. Arrondissement, in dem ich ein kleines Einzimmerappartement bewohnte, mit der U-Bahn-Linie 6 Richtung Charles de Gaulle Étoile fuhr. Das Besondere an dieser Linie ist, dass sie als einzige ein Stück lang oberirdisch fährt, um so über eine Brücke (bekannt aus dem Film „Inception“) die Seine zu überqueren. Wie ich also jeden Morgen in dieser U-Bahnlinie zur Arbeit fuhr, erwartete mich beim Überqueren der Seine ein atemberaubender Blick auf den Eifelturm, der aus einer Arkade von tiefgrün belaubten Bäumen in den noch leicht bewölkten Himmel über der Hauptstadt emporragte. Alle weiteren berühmten touristischen Aktivitäten konnte ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen: Den Louvre besichtigte ich drei Mal (am Abend lohnte es sich am meisten, da dann weniger los ist), das Musée d’Orsay war eindeutig mein Favorit, die Notre Dame war so monumental wie mir schon viele berichtet hatten, ich ging auf den Champs Élysées durch die exklusivsten Geschäfte, machte eine Verschnaufpause im Jardin du Luxembourg, bewunderte das Centre Pompidou von außen, machte eine Tour nach Versailles, etc.. (...)

 

In einem Bistro der etwas anderen Art (Dernier Bar avant la Fin du Monde), lernte ich ein junges französischen Paar in meinem Alter kennen, mit dem ich mich so gut verstand, dass wir fortan die Entdeckungstouren gemeinsam machten. Angelique und Maxime waren aus Südfrankreich zum Studieren nach Paris gekommen und teilten gerne ihr Wissen und ihre Insidertipps zu Paris mit mir. Mit ihnen erlebte ich die Stadt noch einmal von einer ganz anderen Seite. Wir diskutierten viel über die aktuelle politische Lage in Paris und Frankreich,  räumten nebenbei noch einige nationale Vorurteile auf und verglichen Bildung und Kultur. 

(...)

Rückblickend war meine Zeit in Paris eine der schönsten Erfahrungen, die ich bis jetzt machen durfte und ein krönender Abschluss meiner Zeit als Jugendbotschafterin der Deutsch-Französischen Gesellschaft Montabaur. Ich bedanke mich deshalb ganz herzlich bei Jörg Harlé und Christa Graf, die mich auf das Projekt angesprochen haben und mich unentwegt unterstützt und motiviert haben, einen Blick über die Grenzen Deutschlands zu wagen und die Deutsch-Französische Freundschaft schätzen zu lernen. Ich konnte in vielen Aspekten vom Projekt profitieren und freue mich, einen Teil zur deutsch-französischen Völkerverständigung beitragen zu können. Schließlich kann ich es jedem, ob jung oder alt, nur wärmsten nahelegen, ebenfalls von dem reichen Angebot an Aktivitäten der DFG zu profitieren – es lohnt sich."

 

Das Deutsch-Französische Jugendwerk vermittelt Juniorbotschafter. Alter: 18 bis 30 Jahre. Programmdauer: 12 Monate. Kontakt: juniorbotschafter@dfjw.org

 

 

DFG-Vorstand in Tonnerre

Der DFG-Vorstand war über Ostern 2016 in Tonnerre, um alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Am Karsamstag wurde die Delegation aus Montabaur im Rathaus von Mitgliedern des Tonnerrer Vereinsrings empfangen. 

 

Es stellte sich heraus, dass verschiedene Vereine lebhaftes Interesse an einem Austausch mit Vereinen aus Montabaur haben. Darunter die Künstlergruppe "Arts en Tonnerrois" und der Chor "Le Choeur du Tonnerrois".

Eine gerade gegründete Mädchenfußballgruppe (Ü13) möchte in Austausch mit den Fußballerinnen des 1. FFC Montabaur treten. 

Junge Franzosen haben Interesse an einem Berufspraktikum in Deutschland.

 

 

 

 

Nach dem Vereinstreffen lud Tonnerres Stadtbürgermeisterin zu einem gemeinsamen Umtrunk ein. Die DFG freut sich auf einen Gegenbesuch des "Comité de Jumelage Tonnerre" Ende Oktober.

Weitere Bilder aus Tonnerre in der Galerie.

 

 

 

Neue Rechte mit alten Werten

Der Bonner Politikprofessor Frank Decker sprach am 21. Februar bei der DFG in Montabaur über den Erfolg der Rechspopulisten in Frankreich

 

 

Frankreich kämpft zurzeit mit großen sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Auch der rechtspopulistische Front National hat keine Lösungen parat, aber trotzdem strömen der Partei um Marine Le Pen immer mehr Wähler zu. Warum ist das so? Weil Marine Le Pen den Nerv vieler Franzosen trifft, die Angst vor sozialem Abstieg und Islamisierung haben und den etablierten Parteien nicht mehr vertrauen. Le Pen stehe für das alte Frankreich mit den alten republikanischen Werten, sagte Professor Decker vor etwa 100 Zuhörerinnen und Zuhörern im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum. Insbesondere die "einfachen Leute" fühlten sich davon angesprochen: Menschen auf dem Land, Arbeiter, Rentner, Arbeitslose. Sie wollten kein zerstrittenes Europa, sondern eine starke Führung. So habe sich in den letzten Jahren in Frankreich ein Dreiparteiensystem mit etwa gleich starken Kräften entwickelt. Decker rechnet damit, dass der Front National bei den Wahlen im kommenden Jahr noch mehr Stimmen holt. Allein das französische Mehrheitswahlsystem habe einen Wahlsieg bislang verhindert. Deutschland trage durch sein Festhalten an einer strengen Sparpolitik eine gewisse Mitschuld daran, dass der Front National in Frankreich so stark werden konnte, sagte Decker. Nachdem aber als Reaktion auf die Eurokrise auch hierzulande eine rechtspopulistische Partei entstanden sei, könnten wir uns jetzt vielleicht besser in die Lage unserer Nachbarn hineinversetzen.

In der anschließenden Diskussion ging es vor allem um die Frage, ob Europa noch Zukunft hat. Deckers Fazit: Europa ist aktuell keine Wertegemeinschaft mehr und wird große Mühe haben, die Euro- und Flüchtlingskrise zu überstehen. Aber ohne Europa werden wir unsere Probleme erst recht nicht lösen: "Wir brauchen mehr und nicht weniger Europa".