Schüleraustausch Montabaur-Tonnerre

2.-9. April 2019 - Fahrt nach Tonnerre

 

Die diesjährige Fahrt zu unserer Partnerschule Collège Abel Minard in Tonnerre fand in der Zeit vom 2. bis 9. April statt.

47 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7-9 fuhren in Begleitung von Herrn Schmidt, Herrn Czakert und Frau Karwe (Herr Pleiss stieß zum Wochenende hinzu) nach Tonnerre und wurden dort bei strahlendem Sonnenschein herzlich von ihren Corres empfangen. 

Es folgte eine wunderbare Woche mit einem tollen Programm in Frankreich. Ein Ausflug führte uns nach Paris, wo wir die Stadt zu Fuß erkundeten und das Musée des Arts et Métiers geführt besichtigten. Wir sahen auch die Kathedrale Notre-Dame noch einmal in ihrer ganzen Schönheit, bevor sie eine Woche später durch das Großfeuer schwer beschädigt wurde.

Bei einer weiteren Tagestour ging es nach Auxerre, der Hauptstadt des Departements Yonne. Auch hier wurden wir von den französischen Kollegen durch die Stadt geführt und hatten im Anschluss Zeit, das schöne Städtchen auf eigene Faust zu erkunden.

Der Freitagnachmittag stand im Zeichen von Spiel und Sport. Deutsche und Franzosen hatten viel Spaß beim Fußball- und Flagfootballspiel auf dem Sportplatz des Collège. 

Das Wochenende verbrachten alle Teilnehmer in ihren Gastfamilien, um den Austausch mit ihren Corres intensiv zu pflegen, deren Familienleben kennenzulernen und Unternehmungen zu machen. Natürlich gehen die Schülerinnen und Schüler auch immer mit ihren Corres in den Unterricht und erhalten so direkten Einblick in deren Schulalltag.

Die Abfahrt am Dienstag fiel bei  einigen Schülern tränenreich aus, jedoch sollte es ja nicht lange bis zur nächsten Begegnung in Deutschland dauern.

 

 

 

 

14.-21. Mai 2019 - Empfang der Franzosen in Deutschland

 

Knapp vier Wochen später, am 14. Mai, rollte der Bus mit den französischen Schülerinnen und Schülern sowie den vier begleitenden Lehrkräften in Montabaur ein. Da sich alle bereits kannten, fiel die Begrüßung schon etwas lebhafter aus. 

Das Programm begann am nächsten Tag mit dem Schulbesuch. Am Nachmittag gab es dann die Gelegenheit zur sportlichen Revanche. Herr Schmidt lud in der Sporthalle zu Teamspielen ein: Völkerball, Flagfootball und Frisbeewurf wurden im Turnier mit Spaß und großem Kampfgeist gespielt.

Einer der Tagesausflüge ging in diesem Jahr nach Koblenz. Nach einer geführten Tour auf der Festung Ehrenbreitstein fuhren wir mit der Seilbahn runter in die Altstadt, wo die Schüler Freizeit zum Selbstgestalten hatten. Mit der Seilbahn traten wir auch den Rückweg zur Festung an, wo der Bus am Nachmittag auf uns wartete.

Ein weiterer Höhepunkt war sicherlich die Fahrt zum Nürburgring. Dort nahmen wir an einer Backstage-Führung teil, in deren Verlauf wir viel Interessantes zur Geschichte des Rings und zum Ablauf von Autorennen erfuhren und hinter die Kulissen schauen konnten. So wurden wir durchs historische Fahrerlager geführt, standen auf dem Siegerpodest und gingen durch die Boxengasse.

Anschließend stiegen die Führer zu uns in den Bus und zeigten uns markante Streckenabschnitte der Nordschleife, z.B. den „Schwalbenschwanz“. Und am Ende durften wir von der Tribüne aus bei einem Sportfahrertraining zuschauen, was den Besuch am Ring abrundete. Leider war das Wetter an diesem Tag regnerisch und kühl. Dennoch waren die Schülerinnen und Schüler begeistert vom Ausflug.

Viel zu schnell war auch diese Woche zu Ende, und der französische Bus rollte am Dienstagmorgen wieder in Richtung Heimat. 

Jedoch – nach dem Austausch ist vor dem Austausch, und die Terminplanungen für das kommende Jahr haben schon begonnen.

Claudia Karwe

 

 

Lehreraustausch geht trotz Pensionierung weiter

Auch wenn die Schulpartnerschaft zwischen der Joseph-Kehrein-Schule und der Ecole Louis-Pasteur in Tonnerre beiderseits mangels geeignetem und geneigtem Lehrpersonal nicht mehr aktiv ist:

Zumindest bei den pensionierten Schulleitern und Lehrerinnen von hier und dort blieben die ehemals dienstlich geknüpften Kontakte aber freundschaftlich bestehen.

So machten sich zwei ehemalige Lehrerinnen, meine Frau und ich Mitte Mai auf den Weg nach Tonnerre, um auf Einladung der dortigen beiden Kolleginnen und des ehemaligen Schulleiters drei Tage gemeinsam zu verbringen.

Zu unserer Überraschung wurde unser privater Besuch aber schon beim Eintreffen freitags abends auch freundschaftlich-offiziell geehrt:

 

 

Danielle Ferrari, die Präsidentin des dortigen Comité de Jumelage, empfing uns mit einigen weiteren Mitgliedern und unseren Gastgebern nicht nur mit einem Glas Sekt im Mehrzweckraum der dortigen Partnerschule. Man hatte auch reichlich zu Essen und Trinken für uns vorbereitet!

So verbrachten wir gleich den ersten Abend aufs Angenehmste und tauschten viele Erinnerungen an gemeinsame Aktivitäten aus.

 

 

Die beiden folgenden Tage waren angefüllt mit vielen gemeinsamen Gesprächen, Spaziergängen und auch mit einem Ausflug zu einem interessanten alten Schloss namens Bussy-Rabutin. Es zeigt u.a. eine bemerkenswerte Innenausstattung, darunter auch zahlreiche Bilder von Hofdamen mit süffisanten Bemerkungen des Schlossherrn Roger de Bussy-Rabutin. Dieser war - wegen seiner Indiskretionen und Aufdeckung von Intrigen am Hof - von Ludwig XIV dorthin verbannt worden. (Whistleblower 17. Jahrhundert!)

 

 

 

Natürlich wurden wir auch mehrfach von den Kolleginnen und Kollegen zu umfangreichen und köstlichen gemeinsamen Mahlzeiten eingeladen und wir selbst luden alle zusammen am Samstagabend in ein gutes Restaurant ein.

 

 

Schließlich gehörte auch der traditionelle Einkauf von diversen Kisten Weißwein in Chablis und Rotwein in Epineuil bei inzwischen langjährig bekannten und geschätzten Winzern zum Programm.

Zufrieden und mit einigen Pfunden mehr auf den Rippen fuhren wir dann am Montag nach Hause zurück.
Im September freuen wir uns auf den Besuch der Freunde bei uns in Montabaur.

Martin N. Annen, ehemaliger Rektor der Joseph-Kehrein-Schule

 
 
 
 

Gemeinsames Gedenken im August 2018

 

Jedes Jahr am letzten Sonntag im August erinnern die Menschen in Tonnerre an die Befreiung ihrer Stadt durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Bei der feierlichen Zeremonie legen traditionell auch das Comité de Jumelage Tonnerre und die DFG Montabaur gemeinsam einen Kranz nieder. 

 

 

2018 tat das der DFG-Vorsitzende Günter von Waechter gemeinsam mit der Comité-Präsidentin Danielle Ferrari. 

 

 

Bernard Junot (li.) vom Comité de Jumelage beobachtet die Zeremonie mit einem Bekannten aus Tonnerre, der von den Nazis in ein Konzentrationslager gesperrt wurde und als einziger aus seiner Familie überlebte.